Eine Kundengeschichte: (K)eine Symbiose mit der Diagnose

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„An jeden glauben“ – so lautet einer der drei Unternehmenswerte bei ingeus. Wir unterstützen Menschen dabei zu wachsen - unabhängig von ihren individuellen Lebensumständen. Wir ermutigen Menschen an sich selbst zu glauben. Wir glauben an die Einzigartigkeit, das Potential jedes einzelnen und an die Fähigkeit sich zu verändern.

Diese ingeus-Herangehensweise hat sich mehrmals bewährt, wie auch bei dem ehemaligen Kunden Andriy. Dank seiner Betreuerin hat er endlich seinen Traumjob gefunden.

Andriy kommt ursprünglich aus der Ukraine. Als er die ingeus-Räumlichkeiten zum ersten Mal betrat, wirkte er in sich zusammengesunken, sein Blick wanderte selbst beim Grüßen immer nach unten. Er war angespannt und sprach schnell, als ob er eine Strafe fürchtete. Im deutlichen Kontrast zu diesem Auftreten stand ein erfolgreich abgeschlossenes Studium in Mathematik an einer deutschen Universität und die Beherrschung der deutschen Sprache auf muttersprachlichem Niveau. "Wissen Sie, Frau Tzankova, nach meinem Studium habe ich nie was gemacht, mehrere Jahre kaum was gemacht.", wiederholte er und schaute erneut beschämt zu Boden. Außerdem bin ich ein Autist."

Über mehrere Gespräche ergab sich, dass Andriy während seiner Schulzeit auf einer Brennpunkt-Schule ausgrenzende Erfahrungen gemacht hatte. Auch die negativen Wertungen seiner damaligen sozialen Umwelt hatte er abspeichert. Erstaunlicherweise machte er äußerst positive Erfahrungen in sozialer Hinsicht an der Universität, er war bei seinen Kommilitonen und Freunden sehr beliebt, war Initiator von Interessenzirkeln und war ständig in positiver Interaktion.

Für ingeus-Beraterin Teodora Tzankova wurde es schnell klar: Andriy musste dringend an seiner Selbstwahrnehmung, Selbstannahme hin zur Selbstliebe arbeiten. Sie adressierte das etwas angekratzte Selbstbild des Kunden durch eine zuerst kontextfreie Metapher: "out-of-the-context" (Beispiel: Das Mona-Lisa-Bild von Leonardo da Vinci in einem verdreckten verlassenen Keller, vor den Augen von ein paar Mäusen) und "in the context" (Dasselbe Bild von Leonardo da Vinci im Louvre vor den Augen begeisterter Kunstliebhaber).

Dann lud die Beraterin Andriy dazu ein, immer wenn er den Impuls verspürte, den Satz "Ich bin ein Autist." auszusprechen, stattdessen folgenden Satz auszusprechen: "Ich hatte eine Phase im Leben, in der ich nicht in meinem Kontext war." Zuerst fiel dies Andriy schwer. Mit steigender Wiederholung, auf den stetigen Hinweis der Beraterin, korrigierte und erinnerte er sich eigenständig. Hierzu half auch eine Kreativitätsübung, bei der er zuerst skeptisch bis abweisend war: Andriy sollte selbst Beispiele von Leuten "out-of-the-context" geben. Er machte sich schließlich an die Arbeit. "Ein Politiker mit Tattoo im Gesicht", "ein Nationalfußballspieler in einem Rosaspitzen-T-Shirt auf dem Spielfeld", etc. Das gemeinsame Lachen bei diesen Bildern von Coach und Coachee leistete einen zusätzlichen Beitrag für ein befreites, ausbalanciertes Selbstbild.

Ergänzt durch komplett neu strukturierte Bewerbungsunterlagen, ein kluges Storytelling seiner Lebensgeschichte, Training von Vorstellungsgesprächen und ein professionelles Abwägen arbeitsmarktrelevanter Optionen endete der Coachingprozess bei Andriy erfolgreich. Er fand während des ingeus-Projektes eine geeignete Weiterbildung bei einem renommierten Bildungsträger, schloss diese danach exzellent ab und bekam im Anschluss eine unbefristete, wohl dotierte Stelle in seinem Traumberuf im IT-Bereich.

Wir wünschen Andriy alles Gute!

Fotorecht: shutterstock.com -  Ivanova Ksenia

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