Kinderpflegerin dank ingeus

Mit Plan B zum (Berufs-)Erfolg - Die Syrerin Dalal erzählt, wie sie es dank ingeus geschafft hat

|   Erfolgsgeschichten

In ihrer Heimatstadt in Syrien war Dalal Inhaberin eines eigenen Damensalons mit mehreren Angestellten. Zusammen mit ihrem Ehemann und den zwei Kindern führte sie ein gutes und unbeschwertes Leben, das aufgegeben werden musste, als die gesamte Familie dem Krieg entfloh.

Der Neuanfang in Deutschland gestaltete sich für die ganze Familie schwierig. Zusätzlich zu den sprachlichen Herausforderungen, fehlte es der Familie an echter Orientierung im deutschen System. Und obwohl Dalal in Syrien mehrere Jahre als Frisörin tätig gewesen war, reichte es nicht für eine anerkannte Ausbildung aus.

Von ihrem Vermittler im Jobcenter erhielt sie einen Gutschein für das intensive Programm zur Klärung, Orientierung und Vermittlung - auch bekannt als „FiFaA“ - beim Träger ingeus. Ines Akacha, ingeus-Jobcoach und selbst mit arabisch-sprachigem Migrationshintergrund, erinnert sich: „Dalal war zunächst in einer speziellen Fördergruppe für Frauen, ragte aber mit ihren schnellen Fortschritten bald heraus: Einerseits sprachlich, andererseits auch in Punkto Orientierung und Selbstvertrauen. Schon nach kurzer Zeit konnten wir das meiste auf Deutsch besprechen und Schritt für Schritt unsere Integrationsziele angehen.“ In der Tat hatte Dalal auf dem langen Weg von Syrien nach Deutschland wichtige Eigenschaften - ihr Fleiß, ihr Lernwille und ihre große Motivation -mitgebracht. Die 32-jährige wollte etwas aus ihrem Leben machen. „Ich habe erkannt, dass es in Deutschland viele Möglichkeiten gibt, und das wollte ich unbedingt nutzen!“, wie sie selbst sagt.

Nach einem intensiven Coaching ergaben sich für Dalal zwei ganz unterschiedliche Berufsziele. Einmal der Frisörberuf und ganz überraschend der Erzieherberuf. „Dank unserer Kooperation mit der Handwerkskammer im Rahmen des Programms ValiKom, konnte sich Dalal die Gleichwertigkeit ihrer praktischen Kenntnisse zertifizieren lassen – mit offiziellem Kammerstempel!“ Ein toller Erfolg! Nichtsdestotrotz - ohne formelle Berufsausbildung und mit Kenntnissen lediglich im Damenbereich hätte sie vorerst nicht als Fachkraft einsteigen können. „Aber wir hatten ja noch einen Plan B“, erzählt Dalals Beraterin Ines Akacha lachend. „Mit ihrer sozialen Art, ihrem Engagement und ihrer Zuverlässigkeit war klar, dass sie auch großartig in einem erzieherischen Beruf passen würde, wo ein großer Fachkräftebedarf besteht.“, ergänzt sie.

Den Anstoß für die Vermittlung gab der Arbeitgebertag für soziale Berufe in den Räumen von ingeus. So wie weitere zahlreiche ingeus-KundInnen, nahm auch Dalal daran teil. Dort informierte sie sich nicht nur über die verschiedenen Berufsbilder im Erziehungsbereich, sondern stellte sich persönlich im Rahmen eines „Speed-Datings“ bei den eingeladenen Arbeitgebern anschließend vor. Mit durchschlagendem Erfolg: „Gleich nach dem ersten Gespräch mit einem sozialen Träger hat sie über das ganze Gesicht gestrahlt“, blickt Frau Akacha mit Freude zurück. Die Zusage für den Job erfolgte noch am gleichen Tag.

Dalal hat bereits die ersten Monate ihrer Ausbildung zur Kinderpflegerin hinter sich – und ist absolut glücklich mit ihrer Entscheidung. „Ich mache gerade mein Praktikum in der Kita, wo sich schon meine Kinder so gut integriert haben“, berichtet sie. Die kirchliche Einrichtung in Fürth heiße Kinder und Mitarbeitende aus allen Kulturen und Religionen willkommen. „Hier kann ich mich einbringen, aber auch selbst noch so viel lernen. Nicht nur von den Kolleginnen und Kollegen, auch die Kinder haben keine Scheu, es mir zu sagen, wenn ich etwas falsch ausspreche“, erzählt Dalal lachend. Das helfe ihr sehr. Denn sprachlich bleibt für sie die anspruchsvolle Berufsausbildung bei allen gemachten Fortschritten eine große Herausforderung. Auch ihre ehemalige Beraterin, Ines Akacha, bleibt sehr zuversichtlich: „Bei all der Unterstützung, die Dalal erhalten hat, gegangen ist sie den Weg immer selbst und das wird sie auch weiterhin tun. Sie darf wirklich stolz auf sich sein!“

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