Traumberuf Kinderpflegerin - Die Geschichte einer jungen Geflüchteten

| Erfolgsgeschichten Nürnberg

Eine langfristige Integration in den Arbeitsmarkt gelingt vor allem dann besonders gut, wenn man einer Tätigkeit mit Freude nachgeht. Einfach irgendwas zu arbeiten, egal, Hauptsache ein Job, geht selten über längere Zeit gut. Deshalb bieten wir unseren Kundinnen und Kunden die Möglichkeit, realistische Jobziele zu erarbeiten, bei denen Sie aufgrund ihres hohen Interesses, ihren Fähigkeiten und Erfahrungen gute Chancen auf Erfolg haben.

Unsere Beraterin Gabriele Seeberg berichtet vom Berufswunsch einer geflüchteten jungen Frau und ihrem besonderen Weg dorthin:

„Ayana kam im Juli 2017 zum ersten Mal in unser Ingeus Büro in Nürnberg. Sie wirkte so jung und zart, dass ich mir gar nicht vorstellen konnte, wie hart die Flucht von Eritrea über Ägypten bis nach Deutschland für sie gewesen sein musste.

Die 24jährige junge Frau blühte von Woche zu Woche ein wenig mehr auf. In ihrer Heimat hatte sie zwar die Schule besucht, den Abschluss konnte sie allerdings nicht mehr machen. Seit ihrer Ankunft in Deutschland hat sie mit Feuereifer und viel Disziplin Deutsch gelernt. Dass sie zu Beginn ihrer Teilnahme am Programm “FIFaA – Frühzeitige Integrationsunterstützung für anerkannte Asylbewerberinnen und Asylbewerber“ bereits das B1-sprachniveau vorweisen konnte, war beachtlich.

In den intensiven Einzelgesprächen kristallisierte sich schnell heraus, dass es Ayanas größter Traum war, einen Beruf zu finden, bei dem sie mit Kindern zusammenarbeiten konnte. Da eine Ausbildung zur Kinderpflegerin nur mit einem erfolgreichen Schulabschluss erreichbar ist, suchten wir nach Möglichkeiten, um dieses Ziel über Umwege doch noch erreichen zu können.

Auf dem Ingeus Arbeitgebertag bei der Rummelsberger Diakonie in Schwarzenbruck lernte Ayana gemeinsam mit anderen Flüchtlingen im November 2017 neue Berufsbilder aus den Bereichen Pflege und Soziales kennen. Im Gespräch mit einem Mitarbeiter der Diakonie erfuhren wir von einer Berufsintegrationsklasse, in der Geflüchtete ihren Schulabschluss nachholen können. Bedingung ist, dass die Schüler zu Schuljahresbeginn das 25. Lebensjahr noch nicht vollendet haben. Damit war Ayana leider aus dem Rennen und ihr Traum, der zum Greifen nah schien, rückte wieder in weite Ferne.

Die Enttäuschung war verständlicherweise groß. Trotzdem blieb die junge Frau weiter dran, lernte, informierte sich und bewarb sich auf ausgeschriebene Stellen, Praktika und Ausbildungsplätze aus den Branchen Pflege und Hauswirtschaft.

Vier Wochen nach unserem Besuch in Schwarzenbruck, erreichte mich ein Anruf der Rummelsberger Diakonie. In der Berufsintegrationsklasse war überraschend ein Platz frei geworden, den sie gerne Ayana anbieten würden. Sie könne sofort anfangen. Nachdem auch das Jobcenter sein Okay gegeben hatte, war das Weihnachtswunder perfekt. Die junge Frau konnte ihr Glück kaum fassen und ist unbeschreiblich dankbar für diese unerwartete Chance.“

 

Fotorecht: Fotolia - Robert Kneschke

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