Nach 15 Jahren Traumjob gefunden

|   Erfolgsgeschichten

Flüchtlinge haben es oft schwer, wenn sie in ihrem erlernten Beruf in Deutschland arbeiten wollen. Häufig scheitern sie im deutschen Bewerbungsprozess, weil sie ihre Qualifikation nicht durch Zeugnisse oder andere schriftliche Unterlagen belegen können. So erging es auch unserem Kunden Herrn A., der im Jahr 2000 als Asylbewerber aus dem Irak nach Deutschland kam.

Im Irak hatte Herr A. den Beruf des Goldschmieds erlernt und 12 Jahre im Familienbetrieb gearbeitet. Durch den Krieg ging der Familienbetrieb verloren und die ganze Familie musste aus dem Land fliehen. Nach seiner Anerkennung als Asylberechtigter wollte Herr A. so schnell wie möglich arbeiten und fand eine Stelle in der Küche eines Fast-Food Restaurants, in der es kein Problem darstellte, dass er noch kaum Deutsch sprach. Es folgten weitere Tätigkeiten als Bauhelfer, Reinigungskraft, in der Autoaufbereitung und dann wieder in der Küche. Mittlerweile hatte Herr A. ein Familie gegründet, gutes Deutsch gelernt und sich in Deutschland einbürgern lassen. Immer wieder versuchte Herr A. vergeblich wieder als Goldschmied Fuß zu fassen. „Ich habe an alle Türen geklopft, die ich fand. Aber ich wurde immer abgewiesen, weil ich kein Zeugnis über eine Ausbildung vorzeigen konnte.“ Mehr und mehr verlor Herr A. den Glauben daran, jemals wieder in seinem Traumjob in Deutschland arbeiten zu können. „Am liebsten wäre ich zurück in den Irak gegangen, aber ich habe ja eine Familie mit drei Kindern zu versorgen.“

Als Herr A. im Rahmen des 450plus Programms zu Ingeus kam, arbeitete er auf geringfügiger Basis als Auslieferungsfahrer für ein Restaurant. „Offen gesagt hatte ich wenig Hoffnung, dass das Ingeus Programm mich weiterbringen würde. Ich dachte, ich mache halt mal wieder eine Maßnahme und anschließend ist alles wie zuvor. Ich hatte nicht nur meine Heimat verloren, auch meine Träume waren verloren gegangen“. Zudem steckte Herr A. in einem Minijob fest, bei dem er keine Chancen auf eine Ausweitung der Arbeitszeit sah. Seine Ingeus-Beraterin erkannte jedoch das große Potential, das in Herrn A. steckt. Er brachte nicht nur das nötige Fachwissen und das handwerkliche Geschick für den Beruf des Goldschmieds mit. Herr A. beeindruckte auch durch seine Höflichkeit und durch sein ausgeprägt serviceorientiertes Auftreten. Aus diesem Grund überzeugte sie Herrn A., nochmal einen Versuch zu wagen und sich auf die wenigen verfügbaren Stellen als Goldschmied zu bewerben. Sie optimierte mit ihm die Bewerbungsunterlagen und wählte eine unorthodoxe Darstellung, in der die 12 Jahre Berufserfahrung als Goldschmied sofort ins Auge stachen.

Allerdings gehen im Berufsfeld des Goldschmieds die Beschäftigtenzahlen in Deutschland seit Jahren kontinuierlich zurück. Es war also gar nicht so einfach, passende Stellenangebote zu finden. Und auf die wenigen möglichen Bewerbungen gab es zunächst entweder gar keine Rückmeldungen oder Absagen. Der Ingeus Beraterin fiel allerdings auf, dass eine der Stellen, auf die Herr A. eine Absage erhalten hatte, auch eineinhalb Monate später noch im Internet zu finden war. Kurzentschlossen rief sie bei der Personalchefin an und schilderte ihr, warum sie Herrn A. für einen passenden Bewerber hielt und dass man seine Kenntnisse ja in einem Probearbeiten testen könne. Die Personalchefin ließ sich überzeugen und lud Herrn A zu einem Vorstellungsgespräch und zum Probearbeiten ein. Nur wenige Tage nach dem Probearbeiten kam Herr A. freudestrahlend ins Ingeus Büro und teilte seiner Beraterin erleichtert und auch ein bisschen erstaunt mit, dass er die Stelle bekommen habe und im nächsten Monat zu arbeiten anfangen könne. „Nach 15 Jahren fühle ich mich tatsächlich angekommen und kann meinen Traum, wieder als Goldschmied zu arbeiten, endlich verwirklichen!“ 

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