Vom Stillstand zur Einsatzbereitschaft

Erfolgsgeschichten
Vom Stillstand zur Einsatzbereitschaft

Ein neues Land bedeutet oft mehr als nur eine neue Adresse. Es bedeutet, sich in einem fremden System zurechtzufinden, neue Regeln zu lernen, alte Träume zu verteidigen und manchmal auch, sie neu zu erfinden. Für viele beginnt dieser Weg mit Unsicherheit, Sprachbarrieren und Formularen, die sich wie Labyrinthe anfühlen. Doch manchmal reicht ein Funke Entschlossenheit und ein Mensch, der an einen glaubt, um aus Hürden eine Erfolgsgeschichte zu machen.
So wie bei Herrn A.


Mit Mut und Geduld zur neuen Perspektive

Herr A. kam aus der Türkei nach Deutschland. Im Gepäck hatte er eine Ausbildung zum Notfallsanitäter, absolviert beim Militär, und den Wunsch, auch hier Leben zu retten. Doch der Weg in den deutschen Rettungsdienst war schwieriger als erwartet. Die zuständige Behörde erkannte seine Qualifikation nicht vollständig an. Statt als Notfallsanitäter durfte er unter Umständen als Rettungssanitäter arbeiten, denn das entschieden die Arbeitgeber individuell.

Im Juli 2024 kam Herr A. zu uns ins Coaching (AVGS-Maßnahme MIA). Gemeinsam mit seinem Coach besprach er seine Möglichkeiten und plante die nächsten Schritte. Es wurden Bewerbungsunterlagen erstellt, Kontakte zu potenziellen Arbeitgeberinnen und Arbeitgebern geknüpft und ein Praktikum organisiert. Nun war es so weit: Herr A. konnte endlich zeigen, was in ihm steckt. Mit Engagement und Fachwissen überzeugte er. Rettungssanitäter werden dringend gebraucht. Doch es gab ein Problem: Ohne Führerschein war keine Einstellung möglich.


Ein Führerschein, der alles verändert 

Was wie eine Formalität klingt, wurde zur nächsten großen Hürde. Die Umschreibung seines türkischen Führerscheins auf ein EU-Dokument war seit Monaten in Bearbeitung. Beim entscheidenden Termin im August stellte sich heraus, dass der Originalführerschein nicht mehr auffindbar war. Ohne ihn war keine Umschreibung möglich. Um in Deutschland ein Fahrzeug führen zu dürfen, musste Herr A. den Führerschein komplett neu machen.

Doch aufgeben kam für ihn nicht infrage. Ein Führerschein ist eine erhebliche Investition. Wie sollte ein Arbeitsloser ohne ausreichende finanzielle Mittel das stemmen? Sein Ingeus-Coach wandte sich an das Jobcenter und erklärte die Dringlichkeit. Angebote von verschiedenen Fahrschulen wurden eingeholt. Und tatsächlich: Weil sein Beruf als systemrelevant eingestuft wurde, übernahm das Jobcenter die Kosten.

Im Januar 2025 startete Herr A. seinen neuen Führerscheinkurs. Er lernte, übte und bestand. Ein Arbeitsvertrag ließ nicht lange auf sich warten. Im Mai folgte der nächste große Schritt. Mit dem neuen deutschen Führerschein in der Hand bewarb er sich erfolgreich und unterschrieb seinen ersten Arbeitsvertrag als Rettungshelfer in Vollzeit.

Herr A. hat es geschafft. Er hat durchgehalten und mit unserer Unterstützung seinen Weg in den deutschen Arbeitsmarkt gefunden. Heute hat er einen Platz in einem System, das Leben rettet und auch seines verändert hat. Bei seinem Coach bedankt er sich mit folgenden Worten:

„Dank Ihnen habe ich einen Job gefunden. Ich werde Ihnen mein Leben lang dankbar sein und Ihr Wohlwollen, Ihre Hilfe und Unterstützung nie vergessen. Ich wünsche Ihnen alles Gute.“

Wir gratulieren Herrn A. herzlich und wünschen ihm weiterhin alles Gute – beruflich wie privat.